Zucht des Ofenfischchens

Das Ofenfischchen (Thermobia domestica) gehört wie auch das Silberfischchen (Lepisma saccharina), zu den Ur-Insekten.

Sie werden bis zu 12 mm groß, besitzen auch im Erwachsenenstadium keine Flügel und entwickeln sich nicht in einer Metamorphose.

Sie benötigen (im Gegensatz zu den Silberfischchen) zur Vermehrung Temperaturen von um die 40 °C, deshalb ist es ausgeschlossen, dass sie sich - jedenfalls bei unseren Klimabedingungen in Deutschland – ungewollt in der Wohnung vermehren. Dies kann nur in sehr warmen Räumen z. B. Backstuben oder Heizungsräumen passieren.

Als Zuchtbehälter eignen sich alle glattwandigen Gefäße wie Kunststoffaquarien, Plastikeimer oder  -wannen mit Deckel usw., an denen die Tiere nicht hochklettern können.

Ich habe meinen Behälter in einer umfunktionierten Kühlbox stehen, welche mit einem 15Watt Heizkabel ausgestattet ist stehen. So erreichen wir Temperaturen von ca. 37-43 °C.

Als Versteckmöglichkeiten (und auch Futter – da das Ofenfischchen ein Zellulosevertilger ist) dienen zerknülltes Papier, Eierkartons, Toilettenpapier und deren Rollen.

Sie lieben die Dunkelheit, und können somit ohne Lichtzufuhr auskommen. Die Tierchen decken ihren Wasserbedarf durch Aufnahme von Wasserdampf aus der Umgebung, d. h. durch die Luftfeuchtigkeit. Ein Wasserbehälter darf nicht fehlen.

Ich benutze ein mit Wasser gefülltes Alete-Gläschen, welches sich direkt im Zuchtbehälter befindet und mit einem Nylon Damenstrumpf bespannt wird. Der Wasserbehälter dient nur zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, es darf sich allerdings kein Kondenswasser an den Seitenwänden bilden, da die Tierchen dies nicht gut vertragen.

Als Nahrung biete ich den Ofenfischchen gerne stärke- und zuckerhaltige, trockene Stoffe. Haferflocken, Weizenkleie, Fischfutter, Kartoffelstärke, Traubenzucker und zermahlendes Hundetrockenfutter.

Die Weibchen erkennt man an ihrem langen Legestachel. Da sie ihre Eier besonders gerne in Watte ablegen, gibt man einige Baumwoll-Wattebällchen als Ablagesubstrat in den Behälter. Circa 2 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die etwa 2 mm großen Jungtiere. Anscheinend werden diese nicht von den Adulti gefressen. Das Imaginalstadium ist nach etwa einem halben Jahr bei einer Körperlänge von ca. 1 cm erreicht.

Zur Entnahme der Futtertiere klopft man die Ofenfischchen über einem glattwandigen Gefäß von den Eierwaben ab und gibt sie in das Terrarium, am besten in eine glattwandige Schale, aus der sie nicht herausklettern können.

Will man die frisch geschlüpften Ofenfischchen an frisch geschlüpfte oder kleinbleibende Reptilien verfüttern, nimmt man die Wattebällchen mit den Eiern am besten aus dem Zuchtbehälter und überführt diese in ein separates Gefäß, welches natürlich ebenso warm stehen muss.

Da die Entwicklung von Thermobia domestica sehr langwierig ist, sollte mit der Verfütterung erst begonnen werden, wenn sich ein ausreichender Zuchtstamm etabliert hat und bereits einige Generationen den Zuchtbehälter bewohnen.

Gut bestäubt mit Korvimin ZVT o.ä. und einem Mineralgemisch bieten die Tierchen eine gerne angenommene Abwechslung auf dem Phelsumenspeiseplan.