Zucht der Essigfliege

Bei der Aufzucht von Jungtieren und bei der Haltung kleiner Terrarienbewohner muss immer genügend “Kleinstfutter” zur Verügung stehen. Einen großen Anteil dieses Futters bilden die kleine Essigfliege (Drosophila melanogaster) sowie die grosse Essigfliege (Drosophila hydei).

Da diese im Fachhandel relativ teuer angeboten werden, sich aber ohne größeren Aufwand so einfach wie günstig zermehren lassen, ist die Zucht dieser kleinen Fliegen, welche übrigens auch gerne von adulten Phelsumen gefressen werden, schon fast Pflicht!

Bei der Einhaltung einer Zuchttemparatur von 20-25° C, sowie der richtigen Zusammensetzung und Konsistenz des Zuchtbreis, ist ein Misserfolg nahezu ausgeschlossen.

Als Zuchtbehälter verwende ich Kunststoffbecher mit 500 ml Inhalt. Diese sind im Fleischergroßhandel zu bekommen Der große Vorteil dieser Bech liegt darin, dass sie nur einmal verwendet werden und somit nicht gereinigt werden müssen, was den Zeitaufwand bei der Zucht sehr verringert.

Das Nährsubstrat für Fliegen und Maden, stelle ich selbst her. Es besteht aus folgenden Zutaten:

500g Haferflocken      1 Glas Apfelmus        1 zerdrückte Banane 200ml Essig              1500ml Wasser          1 Tütchen Trockenhefe 5 Tropfen Multibionta

Zum mischen des Breis muss das Wasser in einem relativ großen Topf zum kochen gebracht werden. Danach werden die Haferflocken in das kochende Wasser gegeben und man lässt sie 15min ohne Hitzezufuhr quellen. Nach diesen 15 min kann man nun die Banane, den Essig (ACHTUNG: keine Essenz verwenden!), den Apfelmus sowie die Trockenhefe und das Multivitaminpräparat unterrühren. Nachdem alles, einige Minuten lang, gut durchgemischt wurde, stellt man den Topf, welcher mit einem Geschirrhandtuch abgedeckt wurde, für einen halben Tag bei Zimmertemparatur ab, damit die Hefe ausgasen kann.

Nach dem ausgasen des Breis, kann er nun in die Zuchtbehälter gefüllt werde, es sollte eine ca. 3cm hohe Schicht eingefüllt werden, damit genügend Futter für die Fliegen und deren Nachwuchs zur Verfügung steht. Eine Hand voll Holzwolle oder zerknülltem Küchenpapier vervollständigen die Einrichtung.

Beim Animpfen des Zuchtbechers mit den Drosophila sollten möglichst nicht zu viele Tiere in den Becher geklopft werden, denn es besteht sonst die Gefahr, dass das Zuchtsubstrat vor der Entwicklung der Maden zum fertigen Insekt aufgebraucht ist. Ich gebe maximal 30 Fliegen in je einen Droso-Becher.

Verschlossen werden die Becher indem ich ein Loch von ca. 4x6cm in die Deckel schneide und zwischen den Becher und den Deckel ein Stück Küchentuch lege, welches eine Luftzirkulation ermöglicht ohne dass die Fliegen oder Maden ausbrechen können. Auf diese Weise trocknet das Substrat auch nicht so schnell aus, wie es zum Beispiel bei der Verwendung von Nylonstümpfen oder Pollenvlies der Fall ist.

Bei Drosophila melanogaster haben sich bereits nach einer Woche ausreichned Maden entwickelt und das Zuchtsubstrat wir zusehends weniger, doch die eingefüllte Menge reicht über die gesammt Entwicklungszeit. Bei Drosophila hydei dauert die Entwicklung bei gleichen Temparaturen allerdings 14 Tage länger. Da ich die Fliegen regelmäßig, also einmal wöchentlich ansetze, steht jedoch jederzeit ausreichend Futter zur Verfügung.

Zur Entnahme öffnet man den Ansatz an einer Seite und klopft die Fliegen in ein Gefäß mit einem Vitamin-Mineral-Pulver wie z.B. Korvimin ZVT o.ä. und schüttelt sie darin leicht hin und her. Die so “bepuderten” Fliegen können dann in die Terrarien gegeben werden, in denen ihre Prädatoren bereits gierig warten.